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Re: Südbayern-Rückblick auf 2020 (Teil 4)

24. Dezember 2020 08:52
Bereit für den Endspurt:


Mitte August sollte es die ersten öffentlichen Fahrten der zumindest im Passauer Stadtgebiet wieder reaktivierten Granitbahn nach Hauzenberg geben. Auch wenn die Strecke bis zum vorläufigen Endpunkt Rosenau nur durch eine enge Gasse aus Büschen und Häusern führt, ergeben sich am Inn doch zwischenzeitlich ein paar freie Blicke auf die Passauer Altstadt. Ein eben solcher Moment wurde für einen Schuss genutzt, als der Schienenbus der PEF am Vorabend der eigentlichen Eröffnung als Pressefahrt die Gleise ein erstes Mal polierte.


Dann wurde die Kamera urlaubsbedingt vorerst zwei Wochen nicht zum Zügeknipsen missbraucht, aber Anfang September gab es nochmal einen Ausflug an die KBS 940 zwischen Weidenbach und Dorfen. Hier hatte der Bauer eben seine Ernte abholbereit geschwadert, als wenig später auch schon das Objekt der Begierde aus der Ferne auftauchte – der umgeleitete Freilassinger Müllzug. Für die Jungs war das vom Schwader liegengelassene Gras eine willkommene Gelegenheit, die Wartezeit zu überbrücken und selbst mal Bauer spielen zu dürfen. Noch nicht ansatzweise mit ihrer Feldarbeit fertig, ging es nach dem Müllzug aber erst mal auf ein Eis nach Dorfen hinein,...


… um am späteren Nachmittag an der Weidenbacher Einfahrt noch ein wenig zu wildern. Während die Kurzen an einem vom Wind umgewehten Hochsitz ihre Ninja-Warrior Fertigkeiten testeten, konzentrierte ich mich auf den aus Richtung Schwindegg nahenden Regionalzug.


Dass dieser aber in Weidenbach einen dort bereits wartenden Petrolkokszug kreuzen würde, hatte ich in der Folge nicht so recht auf dem Schirm, so dass ich den Güterzug spontan von deutlich spitzerem Winkel aus aufnehmen musste, als eigentlich geplant. Der Blick hinein in den Bahnhof war hier früher auch mal freier... :-)


Der Sommer neigte sich spürbar zu ende, und am Abend des ersten Schultags unseres Großen hatten die Omas und Opas gegen 18.15 Uhr die langsam verschattende Terrasse grad verlassen, da schaute ich ob des schönen Abendlichts auf der Plattlinger Webcam mal nach dem Rechten. Dies sollte sich doppelt lohnen, denn so eben sah ich noch den Schaldinger Zementzug ausfahren – wieder mal weit vor Plan heute. Also runter zur Donau, als nach etwas Warterei ein Dieselgeräusch aus Westen zu vernehmen war – gefühlt aber um einige Minuten zu früh für die Zwiebelwagen. Komisch, die müssen heute eine Turbo-V90 genommen haben... Ein ICE-Güterzug war es jedoch nicht, der Sekunden später dann auftauchte, sondern ein ungewöhnlich spät aus Straubing zurückkehrender Getreidezug. Dank des Zementzuges, für den ich eigtl. schnell gekommen war und der dann im Blockabstand tatsächlich auch noch ins Netz ging, konnte ich so auch die 295 078 noch kriegen. Ein paar sehr störende Graffiti an einigen Wagen mussten dabei aber unkenntlich gemacht werden...


Anders, als diverse Getreidewagentypen werden Kesselwagen ja höchst selten Opfer einer Graffiti-Schmiererei. Wenn die Loks vorne dran auch noch so bunt sind wie der Wagenzug fotogen, macht man halt das Foto einfach, obwohl sich der für das Donautal so typische Herbstnebel noch nicht ganz verzogen hat.


Ja, und die Ilztalbahn? Darauf fuhr Ende Januar mit der 218 105 der bislang einzige richtige Zug in diesem Jahr (siehe mein Rückblick auf 10 Jahre neue Ilztalbahn von diesem Mai), das war am einzigen richtigen Wintertag heuer dafür umso schöner. Die planmäßige Saison begann coronabedingt erst am letzten Juli-Wochenende mit einem Agilis-Shuttle, der bis zum Ende der Sommerferien hier blieb. Im letzten Monat dieser verkürzten Fahrplanperiode übernahm der PEF-Schienenbus den Verkehr – und das zumeist gut besetzt bei tollem Ausflugswetter. Viele der traditionellen Standardstellen leiden momentan ein wenig unter zu hohem Bewuchs, es taten sich den Winter über allerdings auch neue Sichtfenster auf, die es schnell zu nutzen galt, eher der aufgeforstete Wald sich das Gebiet wieder zurückerobern wird.


Borkenkäferschneisen, wohin das Auge reicht zwischen Tiefenbach und Waldkirchen...


An der Ilz vor Kalteneck war der Blick immerhin noch frei hinüber zur Strecke – auch hier sind im letzten Winter nochmal zahlreiche Bäume gefallen und das selbe Schicksal wird einigen Kandidaten auch im kommenden blühen.


In der Folgewoche hatte der für den Zementzug eingeteilte Tf wohl abends mal einen wichtigen Termin, startete er nach Schalding von mir unbemerkt doch schon rekordverdächtig früh gegen 17 Uhr. Die Rückfahrt konnte im allerletzten Licht des Tages dann notgedrungen noch an der eben ein letztes Mal für heute anlegenden Sandbacher Fähre aufgenommen werden, nachdem die Löwenwand um diese Jahreszeit ab halb 7 schon längst völlig im Schatten lag.


Ein Abschiedsbild noch vom Schienenbus-Planbetrieb auf der Ilztalbahn am letzten Betriebswochenende. Während die gesamte Strecke morgens um halb acht unter dickem Nebel lag, gab der Dunst den Blick rund um Tiefenbach keine zehn Minuten vor Zugdurchfahrt überraschend frei. Also raus aus den Federn und vor dem Frühstückholen noch ein Bild mitgenommen.


Viele Bilder entstanden in unmittelbarer Folge nicht. Das lag zum einen am anstrengenden Fotowetter in diesem Herbst, zum anderen trat eine gewisse Eisenbahn-Übersättigung ein und ich verbrachte die raren Sonnenstunden des Oktobers lieber anderweitig. Auch dieses Bild von der 362 761 im Bayernhafen entstand eher nur unabsichtlich auf dem Weg zu einem anderen Termin.


Was macht man, wenn die Lieblingsfarbe des Großen orange, und die des Kleinen blau ist? Ganz Recht, man sucht einen Zug, der beide Vorlieben berücksichtigt. Der erste blaue Wagen hinter der 120 145 hätte zwar nicht wirklich sein müssen, war aber nicht zu ändern (er ist zumindest der einzige Graffiti freie des gesamten Zugverbands). Ein richtiges Motiv sehe ich in der Bahnhofseinfahrt von Schalding zwar nicht, aber der tiefe Sonnenstand lässt Ende Oktober nicht mehr allzu viele schnell erreichbare Alternativen im engen Donautal offen (selbst hier habe ich die Schatten im Gleisbett minimal kürzen müssen) ...


Die erfreulichsten Fotos sind doch immer die, die man morgens nicht plant, wenn man das Haus verlässt, aber abends mit heim bringt. Nichts deutete am letzten Mittwoch im Oktober auf Fotos hin. Als ich um kurz vor 15 Uhr die Arbeit verließ, riss der Himmel jedoch gerade von Westen her großräumig auf und ich entschied mich spontan noch, nach der Bedienung von Seebach Ausschau zu halten, die eigentlich schon auf der Strecke sein sollte, wenn sie denn fährt. Im dortigen Anschluss standen zwar keine Schiebewandwagen, aber wer weiß, evtl. habe ich ja Glück und die V90 stellt welche zu. Die Herbststimmung war es mir auf alle Fälle wert, an der Halbmeile mal 10 Minuten zu warten. Nach nur zwei Minuten war aus der Ferne tatsächlich ein Pfiff zu vernehmen. Sehr gut, das Tele ausgefahren, denn einem Sonnenfoto von der kurzen Übergabe schien nichts mehr im Wege zu stehen. Was dann aber vor der Wallfahrtskirche auftauchte, sah so überhaupt nicht nach dem Zug aus, den ich nun eigentlich erwartet hätte: Kam doch eine der neuen Stadler EuroDual-159 mit langem Holzzug zum Schwaiger angerollt. Mit mehr Brennweite und einem breiten Grinsen im Gesicht ging es daraufhin ab in den Feierabend...


In den Herbstferien packte mich noch zweimal das Reisefieber – ganz spontan, ohne jegliche Vorplanung. Das lag zum einen am endlich wieder brauchbaren Wetter, zum anderen zog mich aber die seltene TB11-Dominanz der Mühldorfer 218 an den EC nochmal an den Alpsee. Die Rechnung, dem Nebel des Donautals in Richtung Berge entfliehen zu können, schien anfänglich nicht aufzugehen, doch nachdem im zweiten Anlauf das Bild vom EC 191 mit 218 426 und 498 bei Ratholz im Kasten war, hatte sich dieser Kurztrip bereits gelohnt.


Von Nebelresten keine Spur mehr, als der Bodo eine knappe Dreiviertelstunde später am Nordostufer seine Bahn um den herrlich spät-herbstlichen Alpsee zog.


In der großen Mittagspause vor dem EC 194 wollte ich dem Oberstorfer Alex-Kurzpendel meine Aufwartung machen. Die so herrlich zur Wagengarnitur passende 223 001 war zu meinen Sommerbesuchen abwesend (HU), und musste nun unbedingt noch dokumentiert werden, …


… ehe mit 218 418 und 452 das nächste TB11-Doppel zurück an die Hauptbahn bat. Zu einem meiner absoluten Lieblingsmotive ist seit den Arlbergumleitern 2018 dieser Blick auf das Westufer des Alpsees mutiert. Wäre die 452 vorne gewesen, hätte ich den EC 194 bestimmt irgendwo frontaler und zugbetonter abgepasst – aber auch so wäre dieser Anblick eines möglichen persönlichen Abschieds von den Eurocities auf der Allgäubahn würdig – so dachte ich in diesem Moment jedenfalls...


Den EC 195 mit seinem für mich eher vernachlässigbarem Doppel aus 218 422 und 401 brauchte ich dann gar nicht mehr, zumal ich mit den Eurocities eben eh abgeschlossen hatte. So ging es nochmal schnell nach Blaichach hinaus, um mich vor der knapp dreistündigen Heimfahrt abschließend um den Alex zu kümmern.


Im Verlauf der nächsten Woche hatte die Kamera eigentlich Pause. Im zufälligen Vorbeifahren erblickte ich aber im Bahnhof Schalding einen abgestellten HLG-Holzzug, der eben augenscheinlich zur Weiterfahrt vorbereitet wurde. Ohne große Motivauswahl stellte ich mich bei diesem bedeckten Himmel einfach an den Ostkopf des Bahnhofs, um dort die Ausfahrt zu dokumentieren. Doch genau als es ein klein wenig heller wurde und ich im Stillen auf ein Anrollen des Holzzuges hoffte, kam ein viel besserer Zug des Weges, und weil der Holzzug auf diesem Bild eh noch zu sehen ist, packte ich anschließend wieder ein und kümmerte mich zunächst nicht mehr weiter um die Eisenbahn...


Da der Himmel später aber urplötzlich komplett aufriss, war die Versuchung zu verlockend, die eben gesichteten SETG- und HGL-Züge nochmal auf österreichischer Seite abzupassen. In der Hoffnung, dass beide noch im Passauer Güterbahnhof stünden, die Jungs eingepackt und hinaus an den Inn. Vom Holzzug zwar keine Spur, aber der erwünschte Düngerzug sowie ein oranger Getreidezug mit Railpool-187 zauberten wenig später tatsächlich ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht. Zeigen möchte ich hier allerdings das letzte Bild, dass an diesem Tag bei Licht entstand, ehe die Schatten der früh untergehenden Sonne das Inntal verschlingen sollten – weil am sich genial vom Hintergrund abhebenden REX nach Linz ausgerechnet auch noch eine der selten gewordenen 1142 hing. Perfekt.


Obwohl es zunächst also lange nicht danach aussah, war mittlerweile längst klar geworden, dass es doch noch einige späte Herbstbilder geben sollte, nachdem grad der November sich anfangs oft von seiner besten Seite zeigte. Deshalb nochmal raus an die Donau für unsere 295, und wenn man mal genau hinschaut, erkennt man sogar, dass die Lok an diesem Samstag nicht als Lz nach Plattling unterwegs war.


Dass der erst wenige Tage alte Friede mit den EuroCities (noch) nicht von Dauer sein würde, deutete sich schnell an, als unter der Woche aus Kempten durchsickerte, man wolle die 218 446 ab kommenden Freitag (den 13.!) für drei Tage in den EC-Umlauf scheren. Dass dafür das perfekte rote Paar aus 218 452 und 218 430 getrennt wurde, verursachte zwar zunächst ein weinendes Auge – doch mit der 218 452 hätte die 446 keine schönere Partnerin finden können. (Den Himmel hab ich hier, wie auch beim nächsten Bild von einer Testaufnahme eine knappe Stunde früher genommen - als der 196 kam, hatte sich die kleine Wolkenbank längst verzogen und der Himmel war langweilig blau. Die Verlockung war zu groß...)


Kemptens Schönste mit Mühldorfs Schönster an einem Zug – da wusste man nach einer dreistündigen Fahrt durch Kälte und Nebel doch gleich, wofür man die Nacht durchgemacht hatte... Man stelle sich die optischen Krücken vor (beispielsweise die 218 423 oder 465, um nur zwei zu nennen), die da für den EC 196 ebenfalls alle so in den Startlöchern gestanden hätten.


Eine solche führte später ohnehin in Form von 218 433 den EC 191 an. Wobei ich finde, dass sich ihr Schweinchenrosa vom vergleichsweise satten Rot der 218 403 aus dieser Entfernung sogar ganz nett abhebt. Trotz der größen Entfernung schon deutlich hörbar schlängeln sich die beiden MTU-4000 Maschinen vorbei an Ratholz in Richtung Alpsee die Kurven von Oberstaufen herunter.


Tatsächlich nur als Nebenprodukt entstand in diesem Fall auch noch das standardmäßige Weitwinkelbild, nachdem man zwischen den beiden Fotos ein halbes Frühstück hätte verputzen können. Weil mir selbst dieses bäuerlich-herbstliche Ambiente am See aber noch fehlte, zeige ich das Bild hier trotzdem. Wann kann man dieses Motiv schon mal ohne Wohnmobile am linken Bildrand umsetzen?


Von all den schönen Zügen den Mittag über zeige ich nur den Bodo an einem mittlerweile auch recht bekannt gewordenen Schuppen bei Wiedemannsdorf, um den Rahmen der Dieselbilder aus dem Allgäu nicht noch mehr zu sprengen, als ohnehin schon, und...


… widme meine ganze Aufmerksamkeit dem abendlichen EC 195, für den man die 218 446 wie auch während des restlichen Umlaufs dieser Aktion extra wieder an die Zugspitze setzte. Gerne wäre ich an allen Tagen anwesend gewesen, doch es gab ja auch noch was anderes im Leben, als (ECs und) Alexe im Allgäu.


Zum Beispiel Alexe im Regental. Mit der 223 061 schaffte es nach der 062 und (sogar zweimal) 081 im Winter nun schon der dritte Eurorunner in diesem Kalenderjahr in den Bayerwald und ich war nach all den Farbtupfern im Allgäu auch mal einfach nur froh über diesen sauberen Standardlack, der da als Regionalbahn-Vorspann den Regen hochgerollt kam. Im Moment der Aufnahme noch gar nicht richtig zu fassen, dass zum Moment deren Veröffentlichung (also jetzt) die Chance auf einen Alex im tiefen Bayerwald höher sein wird, als im Allgäu...


Kurz vor dem Zielbahnhof des planmäßigen Shuttles am Zugschluss gelang es mir dann etwas besser als eben noch bei Teisnach, diesen zu tarnen.


Wenige Tage später rollte wieder mal ein fotogener Holzzug nach Hengersberg (das von der EVB eingesetzte Lokmaterial sagt mit irgendwie nicht so zu, egal ob Eurorunner in Werbelackierung oder MaK im alten MWB-Look), so dass es mich mal wieder kurz an den Ortsrand von Deggendorf zog.


Wer hätte vor wenigen Jahren gedacht, dass ausgerechnet auf der Zielgeraden vor Hengersberg mal ein moderner Sechsachser mit Stromabnehmer an den weit und breit letzten weitgehend intakten Telegrafenmasten der Region einen derart fotogenen Zug vorbei ziehen würde?!


Am darauffolgenden Sonntag schaute ich gegen Mittag mal auf gut Glück zum Bahnhof, um zu erkunden, ob es für die am Vormittag mit einem Kesselzug eingetrudelte 120 145 evtl. eine Rückleistung gab. Parallel zu mir erreichte der LTE-Kohlezug aus Holland aber den Passauer Güterbahnhof, so dass ich gar nicht mehr lange nach der 120 suchte, sondern gleich in Richtung Inn aufbrach, um mir dort die Weiterfahrt dieses äußerst „attracktiven“ Zuges eine gute Stunde später anzusehen.


Dann wurde es kalt. Und weil der Himmel am darauffolgenden Wochenende im Allgäu deutlich blauer werden sollte als daheim, zog ich meinen ursprünglich für den letzten EC- und Alextag geplanten Abschiedsbesuch einfach vor. Wer weiß, ob ich nicht grad dann Mitte Dezember in unverschuldeter Quarantäne bin oder das Reisen aufgrund zu hoher Inzidenzwerte nicht mehr so problemlos möglich sein würde. Von einer vorzeitigen Einstellung der grenzüberschreitenden Eurocities erst gar nicht zu reden... Weil ich der TRI-Wendezug mit der 001 noch gerne an ein paar typischen Stellen einfangen wollte, ...


… und zudem von Oberstdorf runter in Form von 218 489 und 495 am IC 2012 ein fotogenes Doppel zu erwarten war, opferte ich den 196 und 191 am Morgen guten Gewissens für diese beiden Züge hier vor Altstädten.


Für den nachmittäglichen 194 stand ich dann aber hinter Ratholz bereit. Der Bauer war gerade damit beschäftigt, einige Siloballen aus dem Bildvordergrund abzutransportieren. Weil er aber mit seiner Arbeit bei Durchfahrt des Zuges noch nicht fertig war, hab ich am PC ein wenig nachgeholfen und die letzten weißen Flecken aus dem Bild entfernt. Schnee hätte das Problem von vorne herein gelöst und auch die, sich auf den beiden vorigen Bildern im Einsatz befindlichen Schneekanonen bei Fischen obsolet gemacht.


Nach einer kalten Nacht war aber an Schnee trotzdem nicht zu denken – ich will allerdings nicht meckern, alles ist besser, als der Hochnebel, unter dem Passau daheim lag. Ob ich die 223 001 kurz nach Sonnenaufgang auch so genossen hätte, wenn ich gewusst hätte, dass in der Folgewoche noch die Press-Schlumpfine 218 448 zum Einsatz kommen sollte?!


Insgeheim hatte ich des weiteren ja auf die 218 489 am 2084 spekuliert, diese hatte über Nacht aber nur die Position in der Doppeltraktion getauscht, und kam dann (leider) an zweiter Stelle am 2012 das frostige Illertal herunter gerollt. Das war aber eigentlich gar nicht mal so schlimm, wenn man mal kurz darüber nachdenkt – hatte sie sich mit der 495 den mit Abstand attraktivsten Fisch aus dem Ulmer Teich geangelt, den ich das ganze Jahr über vor diesen Zügen zu Gesicht bekam, und ...


... eine blau-beige Lok solo vor den deutschen Fernverkehrswagen ist eh nicht zwingend mein Geschmack. Und die Option auf ein Bild mit der 489 vorne blieb ja durch das Kopfmachen in Immenstadt gewahrt. In Waltenhofen schien es an diesem Morgen deutlich nebliger gewesen zu sein, als südlich von Immenstadt, wie ich bei Erreichen des Motivs erfreut feststellen durfte.


Von Waltenhofen aus war in keiner halben Stunde Harbatshofen gut erreichbar, wo ich eigentlich den restlichen Tag bis zum 195 verbringen wollte. Doch der im Hintergrund wabernde Nebel ließ schon erahnen, dass das nicht bis zum Schluss gut gehen sollte. So drückte das Weiß nach der Durchfahrt des Alex so rapide in das Becken, dass mir nur die Flucht blieb.


Recht weit kam ich zunächst dabei nicht, denn für den Gegenzug erhoffte ich mir von Stiefenhofen aus noch Sonne. Das klappte zwar wunderbar, weil der Nebel aber zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits den bekannten Viadukt erreicht hatte, blieb für den bald folgenden EC 194 nur die erneute Flucht, denn hier würde das gewiss nichts mehr werden. Mir war im Moment der Aufnahme durchaus bewusst, dass dies mein wohl allerletztes Alexbild aus dem Allgäu werden dürfte. Ob ich die „Griaß di, Allgäu“-Aufschrift als Aufforderung verstehen soll, mich trotzdem nicht ganz aus dem Allgäu zu verabschieden und nächstes Jahr wieder zu kommen?


Zunächst mal hatte ich aber andere Gedanken im Kopf: irgendwie kam ich mir ein wenig vor, wie in einem billigen, alten Horrorfilm - also ging ich auf Nummer sicher und steuerte notgedrungen den noch garantiert sonnigen Abschnitt rund um Knechtenhofen an. Ein Motiv, das in den letzten 15 Jahren mit diversen Zügen immer wieder mal einen Platz im Archiv fand, und ich eigentlich nicht mehr zwingend brauchte - aber genau deshalb ja vielleicht den Status „Schlussakkord im Allgäu“ auch verdient hatte (und aufgrund des eitlen Sonnenscheins war dies auch kein dissonanter aus einem Hitchcock Film) …


Was lässt sich abschließend also sagen?
Irgendwie ist das Allgäujahr trotz der Bilderflut ein wenig unvollendet geblieben, weil ich es halt Anfang 2020 und ganz zum Schluss nicht geschafft habe, mir fotogene Leistungen der ganzen Leih-218 auch noch anzuschauen. Grad der tolle Schnee in den letzten Stunden vor Planwechsel hätte etwas mehr Sonne und etwas weniger Ausgangsbeschränkung verdient gehabt. Aber mei, liegt nicht im Imperfekten und Unvollendeten oft der größte Reiz?!
Schon die langen Alexe morgens und abends hinter Immenstadt waren im Sommer einladend genug, selbst in EC-Pausen einfach mal mit den Kindern zum Baden zu kommen. Zu Beginn der Alex-Ära hätte ich mir im Leben nie träumen lassen, wegen genau dieser Züge mal den Weg ins Oberallgäu auf mich zu nehmen – zu abstoßend fand ich das Ursprungsdesign von Loks und Wagen (dieser IR-Nachfolger). Damals, also 2003 bis 2006, hatte ich es auf die letzten blau-beigen, orientroten und Touristik-Loks vor Silberlingen, Mintlingen oder altfarbenen Fernverkehrswagen abgesehen. Die Kamera hab ich damals für einen Alex manchmal gar nicht erst angemacht (um entweder das teure Dia oder später in der Anfangszeit der Digitalfotografie den wertvollen Speicherplatz zu sparen) - weil in meinen Augen ebenso unerotisch wie ein verkehrsroter Bn hinter einer orientroten 218.
Ob ich das bereue? Nein – ich kann den wenigen gemachten Bildern bis heute nicht viel abgewinnen.
Als sich dann aber ab 2007 das bis zu guter Letzt aktuelle blau-weiße Farbschema durchsetzte, sah das schlagartig anders aus. Jeder Alex wurde seither genossen, u.a. auch weil durch die schier unbegrenzte Vielfalt an Loks und Wagentypen eigentlich jede Garnitur einzigartig schien. Einzigartig elegant.
Beim Betrachten meiner älteren Bilder bis (zumindest 2011) fällt übrigens deutlich auf, wie toll die Allgäubahn momentan freigeschnitten ist. Viele der mittlerweile fast schon abgestandenen Motive im Raum Immenstadt-Röthenbach sind vor zehn Jahren wegen diverser Bäume und Sträucher in Gleisnähe so gar nicht möglich gewesen. So viel dann auch zum Thema, man konnte doch jetzt jahrzehntelang 218 im Oberallgäu fotografieren, muss man denen jetzt zum Schluss noch so nach jagen?! Man jagt ja nicht nur die Loks, sondern auch die Motive, die sich ändernden Wagengarnituren (meiner Meinung nach war die Kombi aus verkehrsroter 218 und den schweizer EC-Wagen unschlagbar!) die Stimmung und das Erlebnis.
Und manchmal will man gar nichts jagen – man will einfach nur noch einmal genießen, was es nicht mehr allzu lange zu genießen gibt. Es geht nicht immer nur um die Fotos. Mal ehrlich: Oft glaub ich, wir sollten das mit den Fotos, die sich irgendwann sowieso niemand mehr ansieht und die keiner von uns mit „hinüber“ nehmen kann, nicht überbewerten und uns als Hobbyfotografen einfach nicht zu wichtig nehmen.
Dass übrigens erst zum letzten Einsatztag viele Mühldorfer 218 nochmal eine Glanzwäsche bekommen haben, ist auf den ersten Blick schon etwas schade – wie gerne hätte ich so manch schäbige 218 im Sommer schon in genau dem leuchtenden Rot fotografiert, in dem sie zum Abschied erstrahlte. Die Hoffnung, diese Loks im kommenden Frühling rund um Mühldorf (oder auch nochmal im Allgäu, wer weiß?) aber noch in diesem guten Zustand zu erwischen, erheitert meine Miene allerdings gleich wieder.
Vielleicht gibt’s davon dann ja das ein oder andere Bild nächstes Jahr an diesem Ort zur selben Zeit zu sehen? Vielleicht (nein, hoffentlich!) gibt es 2021 auch wieder mehr Ilztalbahnbilder zu zeigen – wobei ich nicht vergessen darf, dass viele der 2020 entstanden Bilder, allen voran die aus dem Allgäu, bei planmäßig verlaufener Ilztalbahn-Saison aus Zeitgründen gar nicht erst gemacht hätten werden können...

In diesem Sinne, herzlichen Dank an alle meine großartigen Tippgeber zwischen Kempten und Zwiesel, ohne die ich als WhatsApp-Gruppen-Verweiger nicht jedes der hier gezeigten Bilder so machen hätte können und ein schöner Gruß an alle Getroffenen und Genervten :-) Evtl. ja bis bald...
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Südbayern-Rückblick auf 2020 (Teil 1 von 4)

Ilztalbahner 1028 24. Dezember 2020 08:48

Re: Südbayern-Rückblick auf 2020 (Teil 2)

Ilztalbahner 533 24. Dezember 2020 08:50

Re: Südbayern-Rückblick auf 2020 (Teil 3)

Ilztalbahner 416 24. Dezember 2020 08:51

Re: Südbayern-Rückblick auf 2020 (Teil 4)

Ilztalbahner 435 24. Dezember 2020 08:52

Fast jedes Bild ein Meisterwerk

Bernecker 172 25. Dezember 2020 23:12

Re: Fast jedes Bild ein Meisterwerk

Ilztalbahner 138 31. Dezember 2020 10:03

Großer Dank und Frage zu EVB-Holzzügen nach Hengersberg

223 061 145 31. Dezember 2020 16:47

Re: Großer Dank und Frage zu EVB-Holzzügen nach Hengersberg

Ilztalbahner 125 07. Januar 2021 20:07

Re: Südbayern-Rückblick auf 2020 (Teil 4)

Bullok 113 07. Januar 2021 20:34

Re: Südbayern-Rückblick auf 2020 (Teil 1 von 4)

Schwandorfer 468 24. Dezember 2020 10:55

Re: Südbayern-Rückblick auf 2020 (Teil 1 von 4)

218 002-4 308 24. Dezember 2020 13:46

Re: Südbayern-Rückblick auf 2020 (Teil 1 von 4)

BR 38 258 24. Dezember 2020 20:13

Re: Südbayern-Rückblick auf 2020 (Teil 1 von 4)

Ilztalbahner 135 31. Dezember 2020 10:08

Re: Südbayern-Rückblick auf 2020 (Teil 1 von 4)

Alfons Grünewald 167 26. Dezember 2020 18:03

Danke, jetzt geht's!

Schwandorfer 174 28. Dezember 2020 02:38

Re: Danke, jetzt geht's!

Ilztalbahner 159 28. Dezember 2020 11:45

Re: Danke, jetzt geht's!

Schwandorfer 145 28. Dezember 2020 14:41

Browserabhängig...

403 152 28. Dezember 2020 18:10



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