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Re: Die Schuld liegt NICHT NUR bei den EVU

18. August 2019 11:36
BD Regensburg schrieb:
-------------------------------------------------------
> Stefan97 schrieb:
> -------------------------------------------------------
> > Den vorherigen Post von 223 061 kann ich
> > eigentlich nur zustimmen. Man kann aus meiner
> > Sicht nicht die Leistungen ausbauen, die man
> > heutzutage eh schon noch gefahren kann.
> > Vielleicht will die BEG einfach nur mehr
> > Strafzahlungen für nicht fahrende Züge
> einnehmen.
>
> Bei aller Kritik an der BEG, aber ist es das
> Problem der BEG genug Personal zu bekommen oder zu
> verhindern dass die Personale davonlaufen?
>
> Die BEG macht das sicher nicht wegen den
> Strafzahlungen, sondern weil sie da Verkehr haben
> will.
> Die Frage ist doch eher warum den EVU Leute
> davonlaufen (Klima, Bedingungen?) und warum es
> schwer ist noch Interessenten zu finden.
> Vielleicht ist das Angebot eben nicht gut genug um
> eine Nachfrage zu erzeugen.
>
> Soll die BEG jetzt aus Angst vorm Versagen der EVU
> nicht mehr Mehrleistungen bestellen? Wäre doch ein
> Offenbarungseid und eine Kapitulation des SPNV.
>
> Der Zustand nach Oberammergau ist eh eine
> Katastrophe und da wechseln scheinbar Netz und
> Regio fleißig ab.
> Die Infrastruktur nach Oberammergau ist bis zur
> Unkenntlichkeit zerstört. Passionsspiele, ach,
> soll doch der MIV bewältigen und Ausweichgleise
> als Verspätungs- und Kapazitätsreserve? Wir sind
> doch nicht in der Schweiz...
> Die Fahrzeit ist auf Niveau der
> Lokalbahnaktiengesellschaft oder dem Fahrrad, wenn
> man übertreibt und die vielen Ausfälle vertreiben
> alle Kunden.


Nicht nur die EVU haben Schuld. Schuld an sich ist das System als ganzes... die gesamte Bahnreform gehört sich reformiert, denn die ist gescheitert.
So wie es angefangen hat, war es ganz okay... die Verkehre wurden durch die Ausschreibungen billiger, es konnte mehr gefahren werden. An wen ging es aus? Am Personal... die wurden billiger bezahlt als die DB Mitarbeiter damals. (Beamte etc) Da konnte Geld gespart werden. Personal war auch leichter zu finden. Alles war besser als arbeitslos. Doch dann kamen die ersten Folgeausschreibungen, und damit auch Betreiberwechsel. Keiner hat sich um die Mitarbeiter gekümmert... aber die waren ja auch nicht blöd, und haben sich was anderes, branchenfremdes gesucht, ich kanns ihnen nicht verdenken. Oder wurden zu Tfz-Führern umgeschult und wechselten...
Und ganz ehrlich, ich habs auch schon das ein oder andere mal geschrieben, ich würde den Job garantiert nicht machen... warum auch? Nur damit ich nicht weis, wo ich in 12 Jahren die nächsten Brötchen verdiene? Was nützt mir ein "unbefristeter Arbeitsvertrag" wenn meine Arbeitsgrundlage nach 12 Jahren wegfällt, weils ein anderer fährt? Wie soll ich da mein Leben planen? Familie? Eigenheim etc? Was nützt es mir, wenn ich mir jetzt, da mein Job "vermeintlich" sicher ist, ein Häuschen auf die Wiese stelle, mit der Belastung einigermaßen klar komme, aber nach 12 Jahren kommt ein anderer, der vielelicht schon das ein oder andere Personal mitbringt, und ich steh da? Und die nächste Arbeitsgelegenheit ist plötzlich 50 bis 90 km entfernt? Pendeln? Woher das Geld? Haus Verkaufen? Verlustgeschäft? Restkredit tilgen obwohl mein Haus weg ist udn ich wieder irgendwo in Miete wohnen muss? Samt Familie? Doppelte Haushaltsführung? Und selbst jetzt, wo in den neuen Verträgen plötzlich die PEersonalübernahme mit vermerkt ist, nützt das den aktuellen Betreiberwechseln nichts mehr? Was nützt es mir, wenn ich jetzt ZUB mit betrieblichen Aufgaben bin, aber beim neuen EVU nur noch KiN und nur noch da um Fahrkarten zu zwicken oder Straftickets auszustellen? Mit logischerweise Einkommensverlusten, weil ich ja eine geringerwertige Tätigkeit ausübe? und schon sind wir wieder ind der Abwärtsspirale...
Dazu kommen noch die "schei*" Arbeitszeiten, Wochenenden, Feiertage, unzufriedenene, pöbelnde, z.T. hoch aggressive Fahrgäste, dazu noch die selbsternannten Eisenbahnexerten unter den Fahrgästen die keine Ahnung vom System haben, aber im Verspätungsfall alles besser wissen etc...
Ich selbst arbeite seit 25 Jahren in einem Beruf mit Schichtarbeit, Wochenenddiensten, habe tagtäglich mit Menschen zu tun, ich weis wovon ich rede, ich jedenfalls würde NIE MEHR wieder diesen Job machen!! Lieber von Montag bis Freitag in einem stickigen Archiv im Keller rumsitzen als mich nochmal mit irgendwelchen Vollid***en abärgern. Und ich hab nix mit der Eisenbahn zu tun, sondern in einem ganz anderen Milieu, das aber mittlerweile durchaus vergleichbar ist...

Dazu kommt noch der Unwille und das demonstrative Desinteresse aus der Politik... die interessiert es doch nullkommagarnicht, was da abgeht. Die haben doch nur ihr persönliches Wohlergehen im Sinn. Selbst die "Grünen"... die haben, so habe ich letzte Woche mal aus den Medien erfahren, die meisten Flugkilometer (sic!) aller Bundestagsfraktionen "im Dienste des Volkes" abgeflogen!! Ausgerechnet die...oder der "Erguss" von so nem grünen Freak, die DB soll Flixtrain-Fahrkarten verkaufen...
Ob er natürlich auch gesagt hat, dass die LufthansaRyanair-Karten verkaufen soll, weis ich nicht, zugegeben (Stichwort: gefährliches Halbwissen, ich weis...)

Nein, nein, die BEG macht das nicht wegen der Strafzahlungen, nein die macht das, weil Wahlkampf ist.... und weil manche Parteien plötzlich Oberwasser haben, und denen Schwellköpfen kein anderes Mittel mehr einfällt, als zu verunglimpfen, oder Parteiausschluß, Überwachungen durch den Verfassungsschutz usw.... deswegen erinnert man sich ja an die Bahn, da kann man noch was für den Umweltschutz machen, Klimaschutz, Mobilität usw.... ich kanns nciht mehr hören, genausowenig wie die Sache mit den Busspuren freigeben für bessere Mobilität, wenn mehr als 3 Köpfe im Auto drin sitzen... anstatt das man Busslinien ausbaut, lässt man PKW noch die wenigen Busspuren verstopfen und sorgt so für noch mehr Frust bei den wenigen Fahrgästen, die dann ja auch noch vergrault werden... DAS ist unsere Verkehrspolitik...

Wie sollen die EVU noch mehr Personal finden??? Die sind doch einerseits gezwungen "das wirtschaftlich günstigste" Angebot abzugeben. Ganz im Sinne des Volkes, aber eben nicht im Sinne des Personals... und welchen Einfluss habe ich als (zukünftiger?) Mitarbeiter darauf? Was nutzt es mir, wenn die Firma "A" in den Vertragsunterlagen massig Sozialleistungen, Freifahrten, Weiterqualifizierungen u.v.a.m. anbietet, aber dafür ein paar Euronen teurer ist, als Unternehemen "B" dem die Mitarbeiter egal sind, weil irgendwelche Finanzheuschrecken dahinter stehen, die nur Geld sehen wollen, und der menschliche Faktor sche** egal ist, dafür aber eben die Euronen billiger sind, die dann dazu führen, dass "B" gewinnt?? Was kann ich da als Mitarbeiter machen?? Ich muss zu "B" gehen, weil ich ja auch meine Semmeln kaufen will... und da die Vergabestellen das erst so ganz langsam kapieren, und das berücksichtigen, ist der Zug auch schon weg...

Die alte Weisheit "Der Fisch fängt am Kopf zu stinken an" lässt sich ohne Abstriche auf das Eisenbahnwesen übertragen... solange die Politik sich keine Gedanken macht, und nur irgend welche hirnverbrannten Spinnereien ala "Deutschlandtakt 2030" von irgendwelchen obskuren Gutachtern erstellen lässt, anstatt erst mal an der Basis was zu ändern, solange wird es mit dem Schienenverkehr insgesamt abwärts gehen...

Von der Infrastruktur sag ich mal gar nix... da ist die Budnesrepublik eigentümer über das Schienennetz in Deutschland, aber es interessiert die nicht die Bohne... Bahnstrecken verfallen, weil das Geld in irgend welche Prestigeprojekte ("S21", Nürnberg-Erfurt, Wendlingen-Ulm u.v.a.m) gesteckt wird, anstatt sinnvolle, punktuelle Verbesserungen durchzuführen die allen, (auch dem Güterverkehr) nützen... Noch dazu überspannt man für x-Millionen eine Autobahn (sic!) mit Oberleitung, damit die LKW jetzt Stromabnehmer aufs Dach bekommen, anstatt anderswo sinnvoll Geld für Bahnstrecken auszugeben. Aber mit dem Oberleitungs-LKW kann sich ja der "Technologiestandort Deutschland" profilieren... man hat ja wieder was gut zu machen mit dem Abgasskandal....

Fakt ist, solange die Politik sich nicht mehr für die Eisenbahn interessiert, und immer mehr den Straßen- und Luftverkehr hofiert, solange wird sich NICHTS am, im und auf dem Gleis ändern... und der blöde Bürger wird sich wohl daran gewöhnen müssen, dass immer mehr Züge und Strecken ausfallen....

Man gewöhnt sich an alles.... selbst an den Soli, der ja nur dafür dienen sollte, "grüne Landschaften" zu erzeugen... was man aber selbst nach über einem viertel Jahrhundert nicht geschafft hat... man sehe sich nur die Schulen an, in welche wir unsere Kinder schicken... aber das ist wieder ein ganz anders Thema....
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Das bayerische Verkehrsministerium beliebt zu scherzen (mL)

223 061 529 14. August 2019 19:47

Re: Das bayerische Verkehrsministerium beliebt zu scherzen (mL)

km103 255 15. August 2019 11:52

Schaue ich ebenfalls mit Spannung drauf

Railworker 245 15. August 2019 16:51

Re: Schaue ich ebenfalls mit Spannung drauf

km103 240 15. August 2019 18:09

Aktuelle Ersatzgarnituren

diesel-fan 321 15. August 2019 21:10

Re: Aktuelle Ersatzgarnituren

km103 208 20. August 2019 12:43

Re: Aktuelle Ersatzgarnituren

212 100 179 20. August 2019 13:22

Re: Aktuelle Ersatzgarnituren

km63.8 184 20. August 2019 16:21

Re: Aktuelle Ersatzgarnituren

cjev 171 20. August 2019 19:32

Re: Passt dazu,SEV wegen betrieblichen Gründen nach Oberammergau

Stefan97 293 16. August 2019 14:18

Die Schuld liegt bei den EVU

BD Regensburg 258 17. August 2019 14:42

Re: Die Schuld liegt NICHT NUR bei den EVU

mugelmark 276 18. August 2019 11:36



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