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Vorortstrecke München – Geltendorf (3): Fürstenfeldbruck (39 Bilder/Altpapier)

03. Oktober 2019 16:05
Hallo zusammen,

heute gibt es die Fortsetzung der Strecke München – Geltendorf, mit einer Episode über den Bahnhof Fürstenfeldbruck. Einzelne Bilder hatte ich im Laufe der Jahre schon mal gezeigt. Aber im Hinblick auf neue Erkenntnisse im Betriebsablauf werden sie nun nochmal gezeigt, sozusagen als Neuauflage, inzwischen auch in besserer Qualität.

Die vorangegangenen Teile:
Teil 1: München-Aubing – Puchheim [nobf.de]
Teil 2: Eichenau – Roggenstein – Emmeringer Leite [nobf.de]

Der Bahnhof Fürstenfeldbruck liegt am km 23,0 von München Hbf. Schon zu Bay. Staatsbahnzeiten spielte der Bahnhof, der bis 1908 Bruck b. München hieß, eine Rolle im Münchner Vorortverkehr. Die Züge waren bespannt mit Pt 2/3 und Pt 2/4 H. Zu Bundesbahnzeiten bis in die 1960er Jahre wurde der Vorortverkehr mit den Baureihen 38 und 78 gefahren. Als die Strecke 1968 elektrifiziert wurde, kamen wie schon erwähnt die vorwiegend die Baureihen E 16, E 18, E 44 zum Einsatz.

Spätestens seit dem zweigleisigen Ausbau der Strecke bis Buchloe (um 1907) hat der Bahnhof an den Gleisen 3 und 4 einen Inselbahnsteig mit Überdachung und Bahnsteigunterführung. Dabei verblieben die Gleise 1 und 2 mit Zwischenbahnsteig und niveaugleichen Übergang. Um 1900 hatte Bruck ca. 4.600 Einwohner, heute sind es über 37.000 (Quelle: Wikipedia).

Wir steigen nun erstmal beim Jahr 1989 ein. Während werktags bereits um 4:35 die erste S-Bahn nach München fährt, dauert es noch bis dann der erste Zug Richtung Allgäu ohne Halt durchfährt:




1.) 1.) Der E 3950 ist täglich der erste Zug, der von München Hbf (ab 6:04) ins Allgäu fährt. 218 400-0 brettert mit trommelndem Diesel durch Gleis 3. Der nächste planmäßige Halt ist im 19,1 km entfernten Geltendorf um 6:31. Nach der Brucker Uhrzeit zu urteilen muss wohl eine Verspätung eingeholt werden.
Auf Gleis 2 steht 111 214-3 mit S 7727 nach München Hbf, Abfahrt 6:31. Ankunft in München Hbf ist um 6:58 auf Gleis 27. Bis Mü-Pasing hält er an jeder Station, dann geht es ohne Halt bis zum Hauptbahnhof. Eine Vorderansicht von 111 214 beim Halt in Eichenau ist Teil 2 zu sehen. Dort ist auch der umfangreiche Umlauf der Garnitur als Leerzug rund um München nachzulesen.

Drei Minuten nach der Abfahrt des 7727 wird der Lr 35444 auf Gleis 2 einfahren, der dann als Siemenszug S 7729 (8629) um 6:47 nach München-Solln fahren wird.

Rechts im Bild sind die Gebäude der früheren Bahnmeisterei.






2.) Dieses Bild entstand ein paar Wochen vor Bild 1, zeigt aber den betrieblichen Ablauf in chronologischer Folge. Nach der Abfahrt des 7727 um 6:31 steht die Nürnberger 141 035-6 mit dem Siemenszug zur Abfahrt um 6:47 bereit. Zum Sommerfahrplan 1989 hatte seine Zugnummer von 7729 auf 8629 gewechselt.
Auch dieser Zug hält bis Pasing (an 7:06) an jeder Station, von dort geht es über die eingleisigeVerbindungsstrecke Richtung Heimeranplatz, die weiteren Halte sind in Mittersendling (7:16), Siemenswerke (7:20) und Solln (7:22). Im Anschluss geht es von Solln als Lr 35477 wieder nach Pasing.

Die Wagengarnitur pendelte unter der Woche als Siemenszug und rollte am Freitag als E 3082 von München nach Zwiesel, wie kürzlich in diesem Beitrag schon beschrieben:

[nobf.de] , Bild 9.

In einem leider noch nicht genau bestimmbaren Zeitraum vor 1984 bestand der Zug eine Zeit lang aus vierachsigen Umbauwagen und übernachtete zudem in Fürstenfeldbruck auf Gleis 5. Eine 141 kam morgens als Lz aus München und rangierte den Zug von Gleis 5 nach Gleis 2, von wo aus er abfuhr. Abends das selbe Spiel umgekehrt. Der Zug fuhr auf Gleis 2 ein, dann zog die Lok die Wagen nach Westen raus und drückte ihn wieder nach Gleis 5 und fuhr leer nach München zurück. Phasenweise war es auch ein Zug aus n-Wagen ohne Steuerwagen, der auf Gleis 5 übernachtete.




3.) Eine Übersicht der lokbespannten S-Bahnzüge und die zugehörigen Leerfahrten aus dem Buchfahrplan 86/87. Vom 7731 und 7733 fehlen mir leider Bilder. Der 7731 war ein 218-bespannter Zug aus Silberlingen, der in Geltendorf startete und auch in Buchenau hielt. Der 7733 war wie der 7735 eine Garnitur der Strecke nach Altomünster. Bis 1987 bestand der 7733 aus yl-Wagen und einer Mühldorfer 211, danach bestand er wie der 7735 aus n-Wagen und einer 212.





4.) 29.5.1989, es ist bereits 7:30. Bevor der 7735 abfährt kommt noch eine S4 nach Geltendorf durch, hier der 420 109-1. Daneben auf Gleis 2 steht 212 082-2 mit dem N 7735 nach München Hbf. Abfahrt ist in einer Minute. Wie üblich hat die Lok und auch der letzte Wagen den roten Bügel des SZB-Zugschlusssenders an der Kupplung. Frühmorgens um 5:37 fuhr der Zug als N 8353 in Altomünster ab und erreichte um 6:41 München Hbf. Anschließend als Lr 35448 nach Fürstenfeldbruck, um ab 7:31 die Leistung nach München Hbf zu erbringen. Die Wagengarnitur samt Lok bleibt tagsüber in München und fährt nachmittags um 16:15 als N 8376 zurück nach Altomünster.

Am letzten Wagen steht der Schaffner und wartet auf die Abfahrtszeit in weniger als einer Minute. Pünktlich wird sich die Mühldorfer V 100 mit den drei Silberlingen auf den Weg machen. Um 7:58 wird München Hbf erreicht sein. Der Zug wird in die dabei in das Hallengleis 18 einfahren.





5.) Übersicht der Zugbildung der Fürstenfeldbrucker Züge 1984 bis 1993. Interessant ist der Zusammenhang mit den Zügen nach Freiburg Hbf. So ging die Garnitur des 7731 in den bekannten "Kleber-Express" E 3362 nach Freiburg über.

(Ersteller: Zaubermark (DSO))





6.) Abfahrt. Üblicherweise mit BDnf Hasenkasten am Schluss. Die östlichen Ladegleise zur Rampe und zum Güterschuppen waren zu dieser Zeit schon abgebaut. Westlich des Empfangsgebäudes gab es jedoch noch immer ein Freiladegleis, das mindestens bis 1990 bedient wurde.





7.) Im Oktober 1988 war 212 043-4 in diesem Umlauf eingesetzt. In dem Schuppen rechts war damals ein Fahrrad-Verleih. Man konnte aber auch eigene Fahrräder dort unterstellen.





8.) Im Juli 1989 bespannt 212 089-7 den 7735.





9.) Nun zum Übergabeverkehr. Werktags fuhren morgens bzw. vormittags je ein Übergabezug nach Puchheim und Fürstenfeldbruck und retour:
Üg 67302 München – Puchheim (an 7:32)
Üg 67304 München – Fürstenfeldbruck (an 10:44)

Üg 67303 Puchheim (ab 8:32) – München
Üg 67305 Fürstenfeldbruck (ab 13:07) – München

Fallweise kam offenbar auch die morgendliche Puchheimer Üg bis nach Fürstenfeldbruck, so wie hier im September 1988 die 360 879 mit zwei G-Wagen.




10.) Auszug aus dem Bildfahrplan 1988/89. Abfahrt der Üg 67303 um 8:32 in Puchheim. Auch in Aubing wird ein längerer Halt eingelegt, allerdings konnte dabei nur das Anschlussgleis bedient werden, das vom Münchner Richtungsgleis abzweigte. Es gab zu dieser Zeit in Aubing zwischen den Streckengleisen keine Weichenverbindung mehr. Das Ladegleis am Güterschuppen wurde von der Üg 67304 bedient.





11.) Ausfahrt ins Morgenlicht.





12.) Um die Mittagszeit herum wurde in Fürstenfeldbruck ziemlich viel rangiert. Dabei wurde zum einen Fürstenfeldbruck selbst bedient, zum anderen die Awanst Steinwerk (km 19,8) wo die Firmen Hebel und Sommer ansässig waren. Bedarfsweise ging es auch westlich hinaus bis Buchenau (km 26,2) zum dortigen Anschluss Schörg (km 26,6).

Am 14. März 1988 fiel wohl in Buchenau nichts an, denn um 13 Uhr herum stellt 360 877-5 bereits in Fürstenfeldbruck ihren Zug zusammen. Links am Ausziehgleis ist die Gleissperre noch geöffnet.

Insgesammt stellten sich die Bewegungen so dar (88/89):

Üg 67304 München – 10:44 Fürstenfeldbruck

Üg 67315 Fürstenfeldbruck 10:51 – 10:54 Awanst Steinwerk
Üg 67314 Awanst Steinwerk 11:25 – 11:35 Fürstenfeldbruck

Üg 67317 Fürstenfeldbruck 11:45 – 11:52 Awanst Steinwerk
Üg 67316 Awanst Steinwerk 12:27 – 12:35 Fürstenfeldbruck

Üg 67324 Fürstenfeldbruck 12:40 – 12:46 Buchenau
Üg 67325 Buchenau 13:09 – 13:14 Fürstenfeldbruck

Üg 67307 Fürstenfeldbruck 13:27 – München

Dass der Anschluss Steinwerk zweimal hintereinander angefahren wurde, hatte wohl folgenden Grund: es gab dort nur ein parallel zur Strecke verlaufendes Ladegleis für beide Firmen, das vom Münchner Richtungsgleis von östlicher Richtung aus angeschlossen war. Es gab keine Umsetzmöglichkeit und auch keine Weichenverbindung zwischen den Streckengleisen. So musste die V 60 die eine Fuhre ab Fürstenfeldbruck schieben und beim km 19,8 die Wagen mit einer Sägefahrt in den ersten Anschluss befördern. Die zweite Fahrt ging dann ab Fürstenfeldbruck ziehenderweise, in das andere Anschlussgleis brauchten die Wagen bloß geschoben werden. Die Rückfahrt nach Fürstenfeldbruck erfolgte zwangsläufig als Falschfahrt. Das Anschlussgleis Steinwerk zweigte direkt beim frühren Abzweig Steinwerk der Strecke zum Nordring über Olching ab.







13.) Das Dreibein holt drei gedeckte Wagen vom Ladegleis und zieht wieder rauswärts. Genau hinter der Lok befand sich früher das Wärterstellwerk an der westlichen Ausfahrt.





14.) Die Wagen werden zurück nach Gleis 2 gedrückt, von wo aus dann die Fahrt nach München geht. Offenbar war ich dann der Ansicht, schon genug fotografiert zu haben. Über den weiteren Fortgang kann ich nichts sagen, auch nicht ob der Tds im Ladegleis stehen blieb.

Die Tankanlagen links gehören einem örtlichen Heizölhändler, der hier am Bahnhof ansässig war. Er hatte noch bis in die 80er Jahre einen Pausbacken-MAN als Tanklaster. Die Feldbahnlok gehört dem MEC FFB, der seit 1980 im Köf-Schuppen eine Bleibe hat.





15.) Nur das noch: um 13:03 jagt der D 2163 aus Freiburg Richtung München. Üblicherweise ist der Packwagen ein Dm 903. Abfahrt in Freiburg war um 6:02. Ankunft in München Hbf, Gleis 26, ist um 13:19. Den Gegenzug, den D 2166, hat Martin Welzel kürzlich in seinem Münchner Beitrag gezeigt: [www.drehscheibe-online.de] (Bild 7).

Hier ist 360 877 bereits wieder verschwunden. Möglicherweise wurde sie da bereits ans andere Ende umgesetzt.






16.) Gleisplan mit den kompletten Gleisanlagen, Zustand mit mechanischen Stellwerken bis etwa 1967, bevor das Dr-Stellwerk in Betrieb ging. Außergewöhnlich war die Lage des Fdl-Stellwerks in der Bahnhofsmitte, direkt gegenüber vom EG. Der Köf-Schuppen hatte bis in die 70er Jahre Gleisanschluss, dort war stets eine Köf II vom Bw München Hbf stationiert. Nachgewiesen und bildlich belegt sind für die 1950er Jahre Köf 4323 (spätere 321 506-8) und für die 1970er Jahre 323 920-9 (Köf 4303). Desweiteren war wohl in den 1960er Jahren Köf 6511 (323 711-2) und zuletzt bis etwa 1976 die 323 787-2 (Köf 6717).

Der Güterumschlag muss früher beachtlich gewesen sein, da es zu beiden Seiten Gütergleise gab. Erstaunlicherweise stand am Bahnhof nie ein Baywa-Lagerhaus. Das befindet sich quasi am anderen Ende der Stadt. In den 1980er Jahren verschwanden nacheinander der Portalkran, das Gleis vom Güterschuppen und schließlich 1988 das östliche Rampengleis. Verladen wurde noch am westlichen Gleis.

Inzwischen (2019) gibt es nur noch die durchgehenden Gleise 2-5, die vor einigen Jahren in 1-4 umgenummert wurden. Sollte die Strecke Pasing – Fürstenfeldbruck jemals drei- oder viergleisig ausgebaut werden, dann würde sich hier einiges ändern. Gleis 1 und Teile der westlichen Ladegleise sind noch als Torso vorhanden.







17. + 18.) Bildfahrplanauszüge 88/89, mit den Bewegungen von Üg 67304ff im betrieblichen Gesamtgefüge. Bei der Anfahrt der Üg 67304 oben links ist der Aufenthalt in Aubing von 9:55 bis 10:25 zu sehen.






19.) Wir bleiben in winterlicher Atmosphäre, nun aber im Jahr 1981. Hannes fotografierte am 23.12. einen abfahrenden 420er Vollzug nach Geltendorf. Obwohl die 1. Klasse bei der Münchner S-Bahn bereits am 1.10.1972 wieder abgeschafft wurde, blieben die gelben Streifen noch eine ganze Weile an den Mittelwagen erhalten.

Die u. a. hier sichtbare schwarze Haltetafel an Gleis 2 stand noch bis 2005 an dieser Stelle.






20.) Kurz vor 15 Uhr kommen 218 403-4 und 218 401-8 mit dem D 362 durch die nebelverhangene Winterlandschaft gerollt. Die Ansicht erlaubt auch einen Blick auf die hier noch vollständigen östlichen Güteranlagen, inklusive Kran.





21.) Beide Maschinen sind aktuell (2019) noch beim Bh Mühldorf im Einsatz und befördern noch immer Eurocitys von München nach Lindau.

In den 1980er Jahren hatte Kempten einen Bestand von 60 Maschinen der Reihe 218:
218 394-419, 424-426, 435-451, 455, 463-575 (Stand 1.1.87)

Aktuell (2019) hat Kempten noch einen Bestand von 6 einsatzfähigen 218:
218 411, 415, 424, 425, 496 und 497. Diese verrichten ihren Dienst nur noch vor Regionalzügen. Die Eurocitys befördern ja seit geraumer Zeit Mühldorfer Maschinen (die früher wiederum Kemptener Loks waren)





22.) 24 Jahre später ist 218 402-6 mit einer unbekannten Schwesterlok und dem EC 190 nach Lindau unterwegs. Obwohl die Bahnsteigüberdachung zu Beginn der S-Bahn-Ära ein typisches Einheitsflachdach erhalten hat, verblieben trotzdem die gusseisernen Stützen aus der Bay. Staatsbahnzeit. In der MVV-Farbreihenfolge hatte Fürstenfeldbruck die Farbe Blau (wie der Tunnelbahnhof Karlsplatz Stachus).





23.) Lange Jahre (bis 2015) tourte werktags ein Güterzug von Buchloe nach München, der mit einer Ludmilla bespannt war. Am 12. Juli 2005 dröhnt 232 416-8 durch den Bahnhof.






24.) Der sonstige Güterverkehr auf der Strecke war und ist jedoch spärlich. Hin und wieder gibt es Umleiter über Geltendorf und Mering nach Augsburg, wie dieser hier mit 151 056-9.

Von Augsburg her gab es jedoch immerhin ganze vier Güterzüge, die planmäßig über Mering – Geltendorf nach München fuhren:

Ne 62211 Augsburg Rbf – München Süd, Tfz 111
Dg 53611 Mannheim Rbf – München Ost Rbf, Tfz 194
Dg 61815 Augsburg Rbf – München Ost Rbf, Tfz 194
Dg 61817 Augsburg Rbf – München Ost Rbf, Tfz 194

(Buchfahrplan 862, Güterzüge 1979/80)





25.) Das Bahnwärterhaus an der östlichen Ausfahrt. Es musste in den 90er Jahren dem Brückenneubau der hier unten durchführenden B2 weichen. Der später entstandene Anbau verdeckt noch die verblichene Anschrift "Fürstenfeldbruck" aus der Zeit nach 1908. Bis 1908 nannte sich der Ort und der Bahnhof "Bruck b. München".






26.) Im Mai 1988 steht ein Klv 53 auf Gleis 1, neben dem damals noch existierenden Rampengleis.





27.) Im Winter des darauffolgenden Jahres war dann auch die Rampe gleislos, bot aber noch einen guten Fotostandpunkt. Nachdem um 7:30 die S 4 aus Ebersberg (dort ab 6:14) auf Gleis 3 eingefahren ist, ist der Weg frei für den von Gleis 2 abfahrenden N 7735 nach München Hbf. 212 093-9 röhrt mit ihren drei Silberlingen los.





28.) Zum Vergleich dazu noch diese Bilderserie: am 11.5.1972 bremst 141 026-5 (Bw München Hbf) einen langen Zug auf Gleis 2 ein. Es muss sich um einen (leider unbekannten) Sonderzug gehandelt haben. Der Zug besteht aus DB- und SBB-Wagen, ausserdem aus einem BLS-Schlierenwagen. Der Traktionsart liegt die schon erwähnte Praxis zugrunde, dass damals im elektrischen Vorlaufbetrieb aus dem Allgäu kommende Züge in Geltendorf von Diesel auf Ellok umgespannt wurden und umgekehrt.

Schön im Blickfeld ist der Portalkran an der Ladestraße, dessen Betonfundamente auf Bild 1 auch noch zu erkennen sind. Fürstenfeldbruck hatte als regionales Zentrum einen erheblichen Güterumschlag, v. a. von landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus dem Landkreis.





29.) An der Laderampe steht eine besondere Rarität von Bahndienstwagen: ein Pw4ü pr 04. Die Bauart wurde von 1904 bis 1916 gebaut, zunächst mit Holzaufbau und Sprengwerk. Die letzte Version als Stahlwagen Pw4ü pr 16 ohne Sprengwerk. Bei diesem hier wurde das zweite Schiebetürenpaar ausgebaut und durch Fenster ersetzt.

Die Lichtausfahrsignale wurden (zeitgleich mit der Elektrifizierung bis Geltendorf) Ende der 1960er Jahre aufgestellt, als das Brucker Dr-Stellwerk zwei mechanische Stellwerke ablöste. Die Signale haben bereits den moderneren Signalschirm, aber noch einen Masten mit geradem Fuß, wie sie z. T. auch noch in München Hbf stehen. Die späteren Masten haben einen Y-Fuß.





30.) Das Sprengwerk weist ihn als Wagen mit (verblechtem) Holzaufbau aus. Im Hintergrund das Bahnwärterhaus an der östlichen Ausfahrt.





31.) Noch eine Detailansicht vom Wagenende.





32.) Nun zu dem langen Sonderzug, der immer noch auf Gleis 2 steht. Hier rückt der BLS-Wagen ins Blickfeld, der neben dem Treppenabgang zum Inselbahnsteig zum Halten gekommen ist. Der Bahnhof Fürstenfeldbruck verfügt über vier Bahnsteiggleise, wovon die Gleise 3 und 4 durch die Unterführung zu erreichen sind.







33. + 34.) Nähere Ansicht und Anschriften des BLS-Wagen. Im ersten Fenster hängt ein Zettel, vermutlich mit Informationen zu dieser Fahrt. Leider ist das nicht entzifferbar.








35. + 36.) Den Zugschluss bildet ein AB4ü 2841ff von 1937, hier nur noch mit 1. Klasse.






37.) Eilzug nach Oberstdorf bei der Durchfahrt. Mit dem Umbau des Haltepunkts Buchenau zum Bahnhof im Jahre 1987 erhielten beide Betriebstellen Signale mit Kompaktschirm.







38.) Der Stelltisch vom Stellwerk Ff im April 2007. Das vorherige DrS2-Stellwerk war von 1967 bis 1987 im selben Vorbau in Betrieb. Für das Stellwerk in Zweitbesetzung wurde ans Bahnhofsgebäude ein neuer Relaisraum angebaut. Hier auf dem Stelltisch sieht man oben den Bahnhof Buchenau und unten den Bahnhof Fürstenfeldbruck. Auf halber Höhe des Mikrofons ist links davon der Anschluss Steinwerk zu erkennen.





39.) Diese Wandertafel aus der Frühzeit der S-Bahn befand sich noch bis 2007 beim Bahnhof Fürstenfeldbruck. Den Hp Buchenau hat man vergessen einzuzeichnen.


Fortsetzung folgt. Es geht weiter westwärts, über die Amper bis zum Bahnhof Buchenau.




Viele Grüße,
Georg





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.10.19 12:09.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Vorortstrecke München – Geltendorf (3): Fürstenfeldbruck (39 Bilder/Altpapier)

doku-des-alltags 350 03. Oktober 2019 16:05

Re: Wieder absoluter Hammer ...

Drehscheibenwärter 106 04. Oktober 2019 11:34

Ein bunter Srauss der Vielfalt

Johannes Heigl 100 04. Oktober 2019 13:32

Übernachtende Umbauwagen in Fürstenfeldbruck...

628 102-6 160 04. Oktober 2019 15:32

Re: Übernachtende Umbauwagen in Fürstenfeldbruck...

doku-des-alltags 118 04. Oktober 2019 18:13

Re: Übernachtende Umbauwagen in Fürstenfeldbruck...

628 102-6 55 06. Oktober 2019 21:21

Genial!

KBS962 95 04. Oktober 2019 20:20



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