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Gedankenexperiment bzw. Milchmädchenrechnung zur Klimafreundlichkeit

29. August 2020 17:06
Hallo miteinander,

bei der Diskussion um neu zu eröffnende oder zu erhaltende Bahnstrecken wird ja oft der - auch von der BEG geforderte - Wert von durchschnittlich 1000 Fahrgästen pro Tag genannt. Ich weiß zwar nicht, wie man das genau berechnet und was das dann für die durchschnittliche Fahrgastzahl pro gefahrenem Zugkilometer bedeutet. Aber heutzutage steht ja oft vor allem die Umweltfreundlichkeit und damit der Kraftstoffverbrauch sowie der damit direkt zusammenhängende CO2-Ausstoß im Vordergrund.

Basierend auf diesem älteren Beitrag

[nobf.de]

wage ich dazu mal ein Gedankenexperiment. Die Idee dazu kam mir letztens bei einer Bahnfahrt von Regensburg nach Hof, wo die Zahl der Fahrgäste oft nicht so rosig ausschaut. Nehmen wir also mal an, es fährt normalerweise ein ALEX mit 4 Waggons von Regensburg nach Hof. Nehmen wir weiter an, die Lok vom Typ ER20 hätte hier einen Verbrauch von etwa 180 Liter pro 100 Kilometer. Nun stelle man sich vor, der Zug fällt ganz unerwartet aus und jeder einzelne Fahrgast bekommt stattdessen ein kleineres SUV der Golfklasse mit Dieselmotor bereitgestellt, mit dem er über die A93 von Regensburg nach Hof fahren kann. Und ganz wichtig: Es gilt dabei eine Vmax von 140 km/h wie für die Lok einzuhalten! Bei solchermaßen verhaltener Fahrweise kann man dann z.B. von einem Verbrauch von 6 Litern Diesel pro 100 Kilometer und pro Pkw ausgehen.

Nach Adam Riese ergibt dies, daß erst ab einer durchschnittlichen Anzahl von 31 Fahrgästen pro Zugkilometer über die Gesamtstrecke hinweg der Zug klimafreundlicher unterwegs ist, als wenn jeder einzelne Fahrgast die gleiche Strecke mit einem Pkw der Golfklasse zurücklegt. Ich gebe zu, daß dies eine ziemliche Milchmädchenrechnung ist, weil einige Faktoren außer Acht gelassen werden. Natürlich hängt der Grenzwert, ab dem der Zug klimafreundlicher fährt, stark von der Gefäßgröße und dem konkreten Verbrauch der eingesetzten Zuggarnitur ab. Mit einem Lint 41 käme ich vielleicht schon ab 16 Fahrgästen in den positiven Bereich, mit einem Regioshuttle noch eher.

Und natürlich kann oder will gar nicht jeder mit dem privaten Pkw fahren (Stichwort Daseinsvorsorge) und es gibt noch ganz viele andere Gründe neben dem reduzierten CO2 Ausstoß, die volkswirtschaftlich für eine Förderung bzw. einen Erhalt des SPNV sprechen. Dennoch müsste doch die durchschnittliche Fahrgastzahl pro gefahrenem Zugkilometer auf der jeweiligen Strecke eine gut geeignete Bewertungsgröße sein? Was meint ihr?

Gruß
223 061


Edit:
Begriff (gefahrener) Streckenkilometer durch Zugkilometer ersetzt, weil eindeutiger



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.08.20 17:51.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Gedankenexperiment bzw. Milchmädchenrechnung zur Klimafreundlichkeit

223 061 1349 29. August 2020 17:06

Re: Gedankenexperiment bzw. Milchmädchenrechnung zur Klimafreundlichkeit

extirschenreuther 375 29. August 2020 19:45

Und deswegen ...

223 061 360 30. August 2020 09:48

Re: Und deswegen ...

apfelpfeil 282 30. August 2020 11:45

Re: Gedankenexperiment bzw. Milchmädchenrechnung zur Klimafreundlichkeit

bayreuth 235 31. August 2020 05:45

Re: Gedankenexperiment bzw. Milchmädchenrechnung zur Klimafreundlichkeit

Eisenbahner1 203 31. August 2020 14:08

Artikel in der PNP

Schwandorfer 193 01. September 2020 21:50



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