09. Dezember 2019 20:04
Servus,

zuerst muß eine Richtigstellung aufgrund Nutzer „EARN“ erfolgen. Weil er hat Recht, das in Teil 3 das vorletzte gezeigte Bild 211 045 mit der Übergabe in Tröstau zeigt.
Der Gleisplan beider Bahnhöfe ist sehr ähnlich. Und ich weiß halt nach 30 Jahren der Diaanfertigung auch nicht mehr alles so genau… ;-)

Die Übergabe nach Weißenstadt war dort im Bahnhof inzwischen angekommen.
Bevor die Bildergalerie dazu folgt, nochmals der Hinweis für diejenigen, die das Thema jetzt erst finden:
Teil 1: [nobf.de]
Teil 2: [nobf.de]
Teil 3: [nobf.de]


Mit diesem Foto greife ich auf Teil 3 nochmals in Kirchenlamitz Stadt zurück: 211 035 war Lz hier her gelangt. Ob von Hof schon, oder Martinlamitz oder Kirchenlamitz Ost,
wird sich heute kaum mehr recherchieren lassen. Möglich war dies in der Endphase dieser Fichtelgebirgsstrecke schon.
Mora C richtete am Ende alles.
Auf eingefahrener Lz schaute man damals natürlich erst mal ins dienstzeitliche Rohr, weil der Besteller oder Abnehmer wie vertraglich wohl vorgesehen,
mit dem Entladen nicht fertig geworden war. Aber halb so wild! Der Lokmannschaft könnte es gar gepasst haben, indem der Rangierer hurtig runter zur Hauptstraße zum
Metzger SÜSS gestiefelt ist, um Fleischkässemmeln oder echte Leberkeeslaabla zu holen.


Hier war es die Ankunft der 211 283 in „Stadt“, wo der frisch überholte Tschechoslowake zur Abholung bereit stand. Vielleicht war Dünger in Säcken drin,
die von LOVOCHEMIE aus Lovosice stammte? Schon famos, wenn er von dort gekommen sein sollte. Mußte der Wagen doch auch dort quasi über die Eger,
die bei Litomerice gerade so in die Elbe geflossen war, später mit Sicherheit an ihr entlang im Bereich Klasterec – Karlovy Vary – Sokolov hinter einer CSD-781
oder -753, und ab hier per Dg 44146 mit vorgespannter T669 via As/CSSR und Selb-Plößberg, und ab da mit 218 nach Hof, um letzten Endes im wesentlichen
Quellbereich eben dieses Flußes mit einer Hofer 211 zu gelangen!
Links zu sehen die ehemalige WINTERLING-Werklok. Ob da Kinder des Ortes dies Gerät als Spielplatz entdeckt hatten?
Ja und! Gefährlich ist das, und überlebt hatten sie es alle damals.

Der Link zu dieser Lok: [www.lokschuppen-selb.de]


Das EG Empfangsgebäude zu Weißenstadt im Zustand 1992.
Rechts hinterm Baum ein fossiler SETRA-Reisebus. Schade, dass ich diesen nicht mit ins Porträt des Empfangsgebäudes straßenseitig genommen habe!


211 033 kommt mit der Übergabe am 16.August 1991 in Weißenstadt an.
Jahreszeitlich bedingt werden es ziemlich sicher Leerwagen zur Abholung von nässeempfindlichem Schüttgut gewesen sein, wie die damals anstehende Getreideernte.


Man rollte noch ein paar Meter vor, entkuppelte die Lok von den Waggons,…


…um dann, ja was? Mit vereinter Muskelkraft zwei Waggons vom dritten wegzuschieben! Was das bringt? Einmal mit der Lok drum rum gespart! So geht’s freilich auch.
Hier mitlesende sogenannte „Sifa“ Sicherheitsfachkräfte aus heutiger dt. Papier- und Paragrafenwelt, täten nun auf und nieder springen.
Denn was wenn hier sich einer der Handarbeiter zum Bespiel den Fuß verstaucht? Wie sähe der Unfallbericht aus? Begründung derer, warum man per Hand Wagen verschob?


Die Lok schob diese zwei separierten Waggons zu den Silos auf der früheren sogenannten „Stadtbahn“ ein Stück hinunter.
Damals, wer weiß wie lange noch in den 70ern, führte dies Gleis am Weißenstädter See vorbei, dort am Seeauslauf, was eben die Eger ist!,
über eine einfache Bachbrücke, und noch etwas weiter zu einem Holzladeplatz. Jener würde in Zukunft Gold wert sein, so er denn mitsamt Strecke zur Abfuhr des Holzes noch existent.
Das Fichtelgebirge kam aufgrund sehr trockener Sommer 2018 und 2019 bisher mit halbwegs blauen Auge in Sachen Käferbefall am fast Monobestand der hiesigen Fichte umhin!
Würde das Fichtensterben in dem Maße sein wie runter zu ab Weiden gen Deggendorf, oder im böhmisch-mährischen Bereich um Jihlava und dem Altvatergebirge bis zum
Niederen Gesenk bei Krnov und Bruntal, das Fichtelgebirge wäre so in spätestens drei Jahren kahl, komplett ! abrasiert, von der Fichte befreit und wäre damit abzufahren…
Die Tschechen machen und können das noch mit Zügen. Aber bei uns kann in Marktredwitz in zwei kurzen Stummeln verladen werden. Vielleicht Wiesau noch?


Was macht 211 018 in dem Stummel da? Entweder war rechts umzäunt eine Entladestelle für Gas oder Heizöl.
Lange im umzäunten Gelände gelagerte große Stahlbehälter könnten dazu gedient haben.
Ich erlebte hier eine Wagenstellung leider nicht mehr.
Aber… Ich kam damals zu spät von der Streckenverfolgung daher, denn da wars schon geschehen! Man hatte den leeren Vierachser im Gefälle der Einfahrt mit angedrehter
Handbremse stehen gelassen, fuhr solo in den Bahnhof über die Weiche, und holte natürlich Schlüssel dort im Gebäude mit ab, zog raus in diesen Stutzen, und die Weiche wurde gestellt.
Der Rangierer sitzte auf am Wagen, drehte die Handbremse lose und rollte damit in den Bahnhof rein, bis dahin wo der Wagen sollte…


…so kann man auch das umfahren des Wagens einsparen.


Zum 4.Mai 1990 war es während Hinfahrt auf den drei ersten Teilen der Dokumentation gezeigte 211 321, die den Langholzwagen dort auf die Seite gestellt hatte.
Rechts der ehemalige Lokschuppen. Davor gelagerter zurechtgesägter Granit in Form von Platten-Halbzeugen.

In den 80er Jahren wurde der Geschmack der Bezieher von Steinerzeugnissen seltsam! Bzw. unsinnige Anwandlungen zum Bezug von andersartig gefärbten Granit kam auf.
Wo anders nennt sich derlei „Mode“… Als der Granitimporteur da links Pleite ging, war der Berg an auf aller möglichen Welt mit viel CO2 daher gefahrener Blockware ziemlich groß.
Es sah aus als wenn das Zeug nie mehr an den Mann gebracht werden könnte. 20 Jahre war kaum Bedarf an dem Rohstein und das Zeug wuchs in einem Wald fast ein.
Doch seit einiger Zeit verringerte sich das Lager. Hat sich der Geschmack mal wieder geändert? Oder wurde der Stein inflationsbedingt durch Einlagern nun preislich wieder interessant?
Man kann nur spekulieren. Doch mit der Eisenbahn wird wohl nie mehr ein Steinquader von irgendwo her einen der restlichen Granit verarbeitenden Betriebe im Fichtelgebirge erreichen.
Das erledigt man zuverlässig und günstig im sogenannten Schotterwahnsinn in Niederschlesien.
Laut meinem alten Herren soll zu Zeiten, wo das Granitgeschäft richtig gut in Weißenstadt ging, oft genug mit V100-Vorspann gefahren worden sein, so groß waren die Lasten.


Ankunft der 211 068, wahrscheinlich im Frühjahr 1992. Und sehr gut erkennbar der rote, graue und gar schwarze Granit in Blöcken. Auch der berüchtigte Langwagen war zugegen.
Soweit ich mich entsinne, wurde Langholz in Weißenstadt entladen, wofür sich die bis heute existente und sehr erfolgreich agierende Firma GELO zeichnet.
Aber es wurde auch vom Bayerischen Forst zur Abfuhr beladen. Heute ist es noch irrsinniger in der Region: auf der A93 rollen täglich Lawinen von Holz-LKW nach Süd und nach Nord.
Man tauscht die Ware… Und von Nord nach Süd sausen unbeladene Holztransporter… Passt doch alles!


211 068 macht sich hier auf die Socken gen Kirchenlamitz und Hof. Rechts lagernd die weiter oben im Text beschriebenen Stahlbehälter.


Auch 211 283 hatte damals nur umfahren. Alle drei Wagen, inklusive des frisch gestrichenen Tschechoslowaken am Schluß, rollen unter der Kulisse des Daches der Franken,
dem 1052 Meter hohen Schneeberg, und der Stadtkirche St.Jakobus zu Weißenstadt, gen Kleinschloppen und Kirchenlamitz nach Hof davon.

Wird fortgesetzt…

Gruß,
Malo
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

NWT, Teil 4, Weißenstadt

malo 854 09. Dezember 2019 20:04

Re: NWT, Teil 4, Weißenstadt

extirschenreuther 376 09. Dezember 2019 21:42

Re: NWT, Teil 4, Weißenstadt

Schwandorfer 365 10. Dezember 2019 12:49

Re: NWT, Teil 4, Weißenstadt

Fallser 328 11. Dezember 2019 07:59

Re: NWT, Teil 4, Weißenstadt

StefanJ 328 12. Dezember 2019 10:48

Re: NWT, Teil 4, Weißenstadt

extirschenreuther 272 12. Dezember 2019 19:44



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